Aktuelles

Frage an den Vorstand:

Im vergangenen Jahr und bis auf weiteres konnte und kann der Förderverein seine Konzertreihen nicht anbieten. Haben Sie persönlich in dieser „konzert- und musiklosen“ Zeit einen Ausgleich für sich gefunden? Hast Du etwas Spannendes entdeckt? Gab es Verzicht oder doch auch Neues, Anderes, das anzuhören sich für Sie oder für Dich als lohnend herausgestellt hat?“

Und hier die Antworten:

Nils Claussen:
Es gibt viel Kreatives und Anregendes im Internet zu entdecken, aber alles ist keine Alternative zu Live-Konzerten hier vor Ort. Es fehlt mir nicht nur die Musik, sondern auch der Kontakt zu Musikern und Konzertbesuchern, das gemeinsame Erlebnis und das Miteinander.

 

Günter Brand:
In dieser Zeit vermisse ich das gemeinschaftliche Chorsingen besonders. Kinderchor und Kantorei proben über Zoom, ich sitze zuhause am Flügel. Wir winken uns zu, aber wir treffen uns nicht. Orgelaufnahmen auf Soundcloud und Musikproduktion mit Cubase sind neue Ideen, und ich habe auch mit Posaunespielen angefangen.

 

Prof. Gerhard Fouquet:
Als Kind in einem Dorf in der Pfalz aufgewachsen, entdeckte ich am Klavier meiner Mutter die Musik. Der fordernde Beruf hat das eigene Musizieren am Klavier und mit der Posaune leider stark verdrängt, aber Musik zu hören ist für mich wie das tägliche Brot. Die Pandemie hat mir das unmittelbare Erleben von Oper, Konzert und die Begleitung unserer Konzerte in Bordesholm genommen wie allen anderen auch. Mein Sohn hat mir kurz zuvor einen kleinen Lautsprecher mit wunderbar großräumigem Volumen geschenkt, so dass ich mein bunt zusammengestelltes Lieblingsprogramm über das Internet bei der Schreibtischarbeit erleben kann. Das geht nicht an jedem Tag und nicht bei jeder Arbeit, aber doch sehr oft. Eine der Entdeckungen der letzten Wochen in dem unendlichen Musikangebot weltweit war der Komponist Alfred Schnittke. Seine vier Klavierkonzerte kann ich nur empfehlen. Ich hoffe, dass ich ein Schnittke-Konzert bald im unmittelbaren Erleben von Musikerinnen und Musikern sehen und hören kann und freue mich auf das nächste Jahr mit unseren Frühjahrs- und Herbstkonzerten in Bordesholm.

 

Reimer Garleff:
Die Coronazeit ist leider eine konzertarme Zeit. Mir fehlen besonders die Konzerte und dann auch besonders die Kontakte mit den Konzertbesuchern. Persönlich habe ich in dieser Zeit die Kontakte über das Telefon intensiviert und mir so auf diese Weise intensiv Zeit für Gespräche genommen.

 

Sabine Gliesmann:
Ich staune, was im Netz auf einmal an Musikprojekten auftaucht! Ob nun Choraufnahmen, die einzeln aufgenommen zusammengeschnit-ten eine berührende Dynamik entfalten, oder Home-Konzerte, von Künstler:innen im heimischen Wohnzimmer aufgenommen – toll! Eine Möglichkeit, digital an die „Vor-Corona-Zeit“ anzuknüpfen, ist der wöchentliche Live-Stream aus dem Institut für Musikwissen-schaften der Uni Kiel. Die Mittwochskonzerte gibt es seit einiger Zeit in digitaler Form – und die Reihe startete im Frühjahr sogar früher als gewöhnlich schon in der vorlesungsfreien Zeit. Kreative Aktionen wie diese waren doch vor Corona nicht denkbar! Ich hoffe sehr, dass uns dieses bunte Spektrum auch in Nach-Pandemie-Zeiten erhalten bleibt.

 

Gisela Scheel:
Es ist ein Sonntag im Frühjahr, es sind 5 Minuten vor 17 Uhr: die Kirchenglocken läuten nicht, sie laden nicht zu einem Frühjahrskonzert ein. Und keine Künstler singen oder spielen, kein Zuhörer nähert sich dem Kirchenausgang und sagt auch nicht: „Das war ja wieder ein wunderbares Konzert!“
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